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StroopStroop-Test

Der Stroop-Test: Tippe die Farbe, in der das Wort geschrieben ist, nicht die Farbe, die es nennt. Trainiert Aufmerksamkeit, Tempo und das Zurückhalten gewohnter Reaktionen.

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Spielanleitung

Ein Farbwort erscheint in einer anderen Farbe. Tippe die Taste der Schriftfarbe, nicht die des Wortes. Vor jedem Teil gibt es eine kurze Aufwärmrunde.

Beim Stroop-Test steht das Wort „ROT“ in blauer Schrift, und genannt werden soll die Farbe der Buchstaben. Klingt leicht, doch das Gehirn drängt einem hartnäckig das gelesene Wort auf, und die Antwort verzögert sich. Diese Verzögerung heißt Stroop-Effekt.

Er wurde vor fast hundert Jahren beschrieben und ist seitdem eines der bekanntesten Experimente der Psychologie. Der Test zeigt, wie gut jemand eine gewohnte, automatische Reaktion zurückhält und die Aufmerksamkeit bei dem hält, was gerade zählt.

In BB Gym ist der Stroop-Test ein Trainer mit drei Stufen. Zuerst kommen „Farben“, dann „Wort und Farbe“, und auf den höheren Stufen kommt „Wechsel“ dazu. Vor jedem Teil gibt es eine Aufwärmrunde, das Ergebnis zeigt Punkte und ein Fähigkeitsprofil.

Woher der Test stammt

Schon 1886 bemerkte der Psychologe James Cattell, dass wir Wörter schneller lesen, als wir Farben oder Gegenstände benennen. Den Konflikt zwischen Wort und Farbe selbst beschrieb jedoch 1935 der amerikanische Psychologe John Ridley Stroop in seiner Doktorarbeit.

In einem seiner Versuche benannten Menschen die Schriftfarbe von 100 Wörtern in fremden Farben und brauchten dafür im Schnitt 74 % länger als für die Farbe einfacher farbiger Quadrate. Die Wörter zu lesen und die Farbe zu übergehen, fiel dagegen fast so leicht wie immer.

Stroop selbst wandte sich bald von der Forschung ab und der Lehre zu. Sein Artikel wird bis heute zitiert: Eine Übersicht von 1991 zählte über 700 Studien zum Stroop-Effekt, und seitdem sind viele weitere hinzugekommen.

Warum es so schwer ist

Ein geübter erwachsener Leser kann ein bekanntes Wort nicht „nicht lesen“: Lesen ist automatisch geworden. Wenn Wort und Farbe auseinandergehen, erhält das Gehirn zwei fertige Antworten, wählt die richtige und muss die falsche unterdrücken.

Für dieses Unterdrücken geht die zusätzliche Zeit drauf. Manchmal misslingt es, und man nennt das geschriebene Wort statt der Farbe. Solche Fehler gelten in der Psychologie als besonders aufschlussreich, deshalb zählt unser Bericht für Fachleute sie getrennt als „falsche Regel“.

Interessanterweise ist der Effekt bei kleinen Kindern, die noch Silbe für Silbe lesen, schwächer: Das Wort drängt sich noch nicht von selbst auf. Er wird deutlich stärker, sobald das Lesen automatisch wird.

Wie der Test abläuft

Die klassische Papierversion hat drei Karten: schwarz gedruckte Wörter, Farbflecken oder XXXX und schließlich Wörter in fremden Farben. Man benennt sie so schnell wie möglich laut, und die Fachperson misst die Zeit oder die Zahl der Antworten in 45 Sekunden.

In Computerversionen erscheinen die Wörter einzeln, geantwortet wird per Taste. So lässt sich jede Antwort in Millisekunden messen und Wörter in eigener und fremder Farbe vergleichen.

Manche Versionen haben eine zusätzliche Regel: Steht das Wort im Rahmen, soll man es lesen statt die Farbe zu nennen. Diese Bedingung prüft nicht nur das Unterdrücken, sondern auch den Wechsel zwischen zwei Regeln. In BB Gym ist das der Teil „Wechsel“.

Was die Ergebnisse zeigen

Das Hauptmaß ist die Interferenz: wie viel langsamer jemand auf Wörter in fremder Farbe antwortet als auf XXXX. Praktisch ist auch das Verhältnis der beiden Zeiten, weil es nicht vom Gesamttempo abhängt.

Jeder geübte Leser zeigt den Stroop-Effekt, entscheidend ist also nicht, ob es eine Verzögerung gibt, sondern wie groß sie ist. Sie ändert sich mit Alter, Müdigkeit, Schlafmangel und sogar damit, wie viele Wörter zu ihrer Farbe passen.

Der Stroop-Test wird breit in der Forschung zu Aufmerksamkeit, exekutiven Funktionen, Stress und Altern eingesetzt sowie als Teil neuropsychologischer Untersuchungen.

Was der Trainer trainiert

Der Trainer fordert selektive Aufmerksamkeit und Hemmungskontrolle: auf das richtige Merkmal schauen und dem ersten Impuls nicht nachgeben. Der Teil „Farben“ zeigt das Grundtempo, und „Wechsel“ fügt kognitive Flexibilität hinzu.

Mit Übung werden die Ergebnisse schnell besser, weil man sich an die Aufgabe gewöhnt. Aber ehrlich gesagt: Es gibt bisher wenig Belege, dass solche Übungen die Aufmerksamkeit im Alltag verbessern. Eine große Übersicht zur Hirntrainingsforschung von 2016 ergab, dass man vor allem genau in den geübten Aufgaben besser wird.

Sieh den Stroop-Test also als kurzes Aufwärmen für Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle und als Möglichkeit, deine Form an verschiedenen Tagen zu verfolgen.

Wie man spielt und worauf man achtet

Schau auf die Farbe, nicht „in“ das Wort. Manchen hilft es, den Blick leicht zu entspannen oder auf den unteren Rand der Buchstaben zu schauen.

Jage nicht dem Tempo hinterher, wenn es Fehler kostet: Die Punkte verbinden Tempo und Genauigkeit, und ein Fehler kostet mehr als ein paar Millisekunden.

Im „Wechsel“ zuerst prüfen, ob ein Rahmen da ist, und erst dann entscheiden, was du drückst. So wendest du seltener die falsche Regel an.

Bildschirm und Papier: zu den Normen

Für den Papier-Stroop-Test gibt es veröffentlichte Normen, doch am Bildschirm ist alles anders: Tasten statt Stimme, andere Wortgröße, andere Zahl an Durchgängen. Ergebnisse in BB Gym lassen sich daher nicht direkt mit Papiernormen vergleichen. Vergleiche sie nur mit deinen eigenen früheren Versuchen.

Ergebnisse in BB Gym sind keine medizinische Diagnose und keine neuropsychologische Untersuchung. Wenn dich Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Denktempo beunruhigen, wende dich an eine Fachperson.

Quellen

  1. Stroop J. R. (1935). Studies of interference in serial verbal reactions. Journal of Experimental Psychology, 18(6), 643–662
  2. MacLeod C. M. (1991). Half a century of research on the Stroop effect: an integrative review. Psychological Bulletin, 109(2), 163–203
  3. Scarpina F., Tagini S. (2017). The Stroop Color and Word Test. Frontiers in Psychology, 8, 557
  4. Simons D. J. et al. (2016). Do "brain-training" programs work? Psychological Science in the Public Interest, 17(3), 103–186
  5. Stroop effect — Wikipedia